• Gedenkstättenfahrt der 9er-AG der Käthe-Kollwitz-Schule nach Auschwitz (Oświęcim) vom 26.09.2017 – 30.09.2017

    Die 21 Schülerinnen und Schüler der 9er-AG Gedenkstättenfahrt Auschwitz der Käthe-Kollwitz-Schule in Köln-Brück sind vom 26.09.2017-30.09.2017 mit zwei Lehrerinnen nach Auschwitz (Oświęcim) in Polen gefahren.

    Auschwitz – Das Stammlager: Wir hatten einen Guide, der uns mit Erklärungen in deutscher Sprache durch das Konzentrationslager führte. Da sich noch ganz viele andere Gruppen auf dem Platz aufhielten, bekamen wir ein Gerät mit Kopfhörern, das mit dem Mikrofon unseres Guides verbunden war. Unsere Führung fing am Tor an. Über dem Tor befand sich eine Aufschrift ,,Arbeit macht frei“. Es war für uns sehr bedeutsam, durch dieses Tor zu gehen. Allein die Vorstellung, wie viele leidende Menschen vor über 70 Jahren dort entlang laufen mussten, erschütterte uns. Das Gefühl, mitten drin auf diesem Platz zu stehen, war grausam. Die Vorstellung, wie man den Deportierten erzählt hat, dass man dort eine Arbeitsstelle bekommt und die Kinder in einen Kindergarten gebracht werden, ist schrecklich.

    Uns wurde viel erzählt in der Führung, aber auch in der AG bei Frau Dr. Kröber. In den Blöcken wurden u. a. Haare, Schuhe und Koffer aufgestapelt und Bilder von den Häftlingen hingen an der Wand. In einem weiteren Block wurde uns von Dr. Josef Mengele und seiner Zwillingsforschung berichtet. In dem ehemaligen Krankenbau wurde uns die Rede von Hitler gezeigt, wo er klarstellt, dass er alle Juden vernichten wird und auch alle anderen Leute, die sich gegen ihn verschwören. Am Ende der Führung gingen wir zu einer Gaskammer, die noch mit einem Krematorium verbunden war.

    Auschwitz-Birkenau: Auschwitz-Birkenau ist ca. 3 km vom Stammlager entfernt. Am Anfang sahen wir den Wachturm, wo die SS-Männer den Überblick über das ganze Gelände hatten. Als wir dort oben waren, hatten wir einen Ausblick auf die Bahnschienen, die Rampe, usw. Beim Anblick des ganzen Geländes bekamen wir ein seltsames Gefühl, denn die Vorstellung, dass Millionen Menschen dorthin deportiert wurden, ist angsteinflößend. Von dort aus gingen wir zu einer ehemaligen Latrine. Die so genannten „Scheißhäuser“ boten einen furchtbaren Anblick, weil die Toiletten einfach nur Löcher in Beton darstellten, die dicht beieinander waren. Es gab keine Hygieneartikel noch nicht mal Binden oder Tampons für die Mädchen bzw. Frauen. Das ist doch dann auch kein Wunder, dass die meisten Häftlinge an Krankheiten und harter Arbeit gestorben sind. Dazu bekamen sie nicht wirklich viel zu essen oder zu trinken. Die Kleidung war dürftig. Jeder bekam einen Teller Suppe. Manche hatten Glück und bekamen noch Fleisch mit in die Suppe, doch das kleine Stück Brot und die wenige Butter genügten natürlich nicht. Etwas später sind wir in eine der Männerbaracken gegangen. Als wir dort drinnen waren, wurde uns gesagt, dass in so einer Baracke 400-600 Männer schlafen mussten. Im Gegensatz zu den Baracken der Frauen und der Kinder, die aus Ziegelstein gebaut wurden, waren die Baracken der Männer nur aus Holz und Stroh gebaut. In den Baracken gab es nur Hochbetten mit drei Etagen. Auf einer Etage mussten sechs Personen schlafen. Auf dem Weg zu den Gedenktafeln hielten wir an einem Eisenbahnwaggon an, dort wurde uns erzählt, dass ca. 80 Häftlinge in einem Viehwaggon transportiert wurden. Als Toilette gab es entweder ein Loch im Boden oder einen Eimer. Die meisten Fahrten verliefen über mehrere Tage und da die Häftlinge nicht ausreichend Proviant dabei hatten, sind einige während der Fahrt gestorben. In der „Sauna“ mussten die Häftlinge sich reinigen und die Kleidung wurde desinfiziert, da es damals sehr viele Schädlinge gab. In dem Raum nach der „Sauna“ waren Familienfotos ausgestellt. Ganz normale Fotos von normalen Familien, so wie jeder sie hat. Die ganzen Familien die man auf den Fotos sah, wurden alle nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Als wir bei den Gedenktafeln waren spürten wir die Trauer in uns. Es gab viele Gedenktafeln und jede Gedenktafel hatte eine andere Sprache und auf jeder Tafel stand, dass dieser Ort auf ewig ein Ort der Trauer und des Gedenkens sein wird.

    Zeitzeugengespräch: Unsere Zeitzeugin war Lidia Maksymowicz; sie erzählt uns von ihrer Zeit in Auschwitz-Birkenau. Sie kann sich nicht an alles erinnern, da sie damals noch sehr jung war. Die meisten Dinge die passiert sind, kommen ihr vor, als wäre alles ein Albtraum gewesen, da viele Dinge einem in diesem Alter nicht real vorkommen. Sie erzählte uns, wie es für sie war, als sie von Dr. Josef Mengele untersucht wurde, da sie auch eines der Kinder war, an denen Versuche durchgeführt wurden. Es war für die Mutter von Lidia noch viel schwerer, ihr geliebtes Kind zurückzulassen, doch die Mutter fand immer wieder einen Weg dem Kind Essen zu bringen und sie mal in den Arm zu nehmen. Man sah der Zeitzeugin an, dass es schwer war, davon zu erzählen, doch ihre Meinung dazu, warum sie das erzählt, ist ganz einfach: Sie will, dass so etwas nicht nochmal passiert und deswegen will sie, dass jeder weiß, was während der Zeit des Nationalsozialismus geschehen ist.

    Der Rest der Fahrt: In Krakau haben wir das jüdische Viertel Kazimierz und den Wawel besucht. Wir waren auch im ehemaligen Krakauer Ghetto. Einer der Ausflüge fand auch in die Schindler-Fabrik statt. Zum Abschluss waren wir noch in einem jüdischen Restaurant und hörten jüdische Livemusik. Alle fanden das Essen sehr lecker und die Musik spitze. Es war ein gelungener Abend für das Ende der Fahrt war.

    Melina (Klasse 9c)

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